Buch

Montag, 14. August 2006

Adolf - Der Bonker von Walter Moers

bonkermoers

Als vor einigen Jahren der erste Teil von Walter Moers' Adolf erschien, war die Diskussion vorprogrammiert: darf man das?

Nun, bei erscheinen des dritten Bandes gab es eine solche Diskussion gar nicht mehr. Im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden hat der diesmalige mit Comics jedoch nichts zu tun. Es ist vielmehr eine Geschichte, erzählt in der Form eines Theaterstückes. Illustriert mit den üblichen Moers-Zeichnungen.

Das ganze Buch wirkt ein wenig, als hätte Moers nur die Idee für eine Kurzgeschichte gehabt, und diese dann durch große Schriftgröße, riesige Illustruationen und Design mit viel Leerflächen auf 60 Seiten ausgedehnt. Dazu dann noch 20 Seiten sog. Bonusmaterial und ein fünfminütiges Musikvideo - fertig ist der nächste Bestseller.

Schade, dass Moers, dessen geniale Kurzgeschichten ich wirklich mag, zu solchen Mitteln greifen muss. Denn die Erzählung ist Moers at his best. Phantasiereich, abstruse Ideen und die für ihn übliche Respektlosigkeit. Nur hätte das in kleinerem Format für deutlich weniger als 14,90 Euro vielleicht nicht so einen schalen Beigeschmack hinterlassen.

Montag, 10. Juli 2006

Fight Club

fightclub

Über eine Empfehlung von MyTwoCents wurde ich vor zwei Jahren auf Chuck Palahniuk aufmerksam, den Autoren der Vorlage für den genialen Film Fight Club. Also las ich „Der Simulant“, ein Buch das mich begeisterte.

Nachdem ich danach Lullaby verschlang, besorgte ich mir noch die Vorlage zu Fight Club, welche anschließend im Regal verstaubte. Durch das Auspacken nach dem Umzug wurde ich wieder auf das Buch aufmerksam.

Ursprünglich war Fight Club eine Kurzgeschichte, die jetzt das siebte Kapitel des Buches darstellt. Die meisten Kapitel wirken bei Pallanauck immer ein wenig wie Kurzgeschichten – ein nettes Stilmittel, denn durch Fehlen von Einleitung und Schluss wird alles noch einen Tick mysteriöser. Andererseit arbeitet Palahniuk mit gut ausgearbeiteten Charakteren, die abseits des normalen Mainstreams funktionieren.

Denn Palahniuk will den Leser schockieren. Mit Handlungen, die so gar nicht 08/15 sind, und Wendungen, die einem als Leser einen Schlag in die Magengrube versetzen.

Natürlich weiß man als Kenner des Films Fight Club, welche Wendungen einem als Leser bevorstehen. Aber es ist interessant zu sehen, wie Palahniuk vorher den Leser ablenkt, einlullt, um dann zum Schlag auszuholen. Und wie er sogar die eine oder andere versteckte Spur zur Lösung legt, die man am Anfang jedoch als Gespinne einer Figur wahr nimmt.

Der Film entfernt sich nicht allzu weit von der Vorlage, er erreicht sie auch qualitativ durchaus. Definitiv nicht mein letztes Buch von Chuck Palahniuk.

Montag, 26. Juni 2006

Wächter des Tages

tagwache

Über den Jahreswechsel las ich die Vorlage zu dem größten russischen Filmerfolg der letzten Jahre, Nochnoi Dozor, Wächter der Nacht. Das Buch ist, auch wenn der Film nicht schlecht ist, deutlich besser, auch weil die Handlung wesentlich mehr umfasst und einen deutlich anderen Dreh hat.

Nun liegt die Fortsetzung des Romans auch in Deutsch vor.
Es geht um den Kampf zwischen gut und Böse, dem Licht und dem Dunkel. Unter uns gibt es Andere, Diener des Lichts wie Magier, Tiermenschen und des Dunkels, wie Vampire, Hexen und Dunkle Magier. Das Verhältnis der beiden wird geregelt durch einen großen Vertrag, der auf ein Gleichgewicht der Kräfte setzt.

Sergej Lukianenko schafft eine vielfältige Fantasywelt, die durch den Schauplatz Moskau und den Einbau in unsere Gegenwart eine interessante Atmosphäre hat. Der Autor bringt dem Leser so auch Moskau näher, das Umland sowie die Lebensumstände im modernen Russland.

Lag im ersten Band das Hauptaugenmerk mehr auf der Nachtwache (Organisation des Lichts), so rückt diesmal, zumindest in den ersten beiden Geschichten, deren Gegenstück die Tagwache (Organisation des Dunkels) in den Vordergrund. Auch hierdurch bekommt man eine andere, vielschichtigere Sicht auf die Gesamtgeschichte. Die Grenzen zwischen Gut und Böse, im ersten Band doch relativ deutlich gezogen, verschwimmen zunehmend.
Wie bei den meisten Trilogien, ist auch hier der zweite Band ganz im Zeichen des Schach-Figuren in Position bringen. Lukianenko überzeichnet dies dankenswerterweise aber, indem er zwei seiner Hauptfiguren denn auch einen Dialog über Bauern, Springer und Damen führen lässt.

Das Buch arbeitet ohne störende Cliffhanger oder künstliche Höhepunkte, sondern bezieht seine Spannung aus der Handlung an sich. Ähnlich wie nach dem ersten Band bin ich auch hier gespannt, wie die Handlung weiter geht. Denn aufhaltsam, wie in einem guten Schachspiel, steuert Lukianenko auf die finale Entscheidung hin, bei der ich allerdings das Gefühl habe, sie müsse nicht unbedingt eine Endschlacht zwischen Gut und Böse sein.

Sonntag, 30. April 2006

Eric

So sehr ich von Voll im Bilde eher enttäuscht war, so begeisterte mich Eric, ebenfalls ein Scheibenweltwerk von Terry Pratchett. Es ist deutlich kürzer und vielleicht ist es gerade das, wieso es deutlich besser funktioniert.

Denn Pratchett musste keine Füller einbauen, oder seine Handlung unwichtige Haken schlagen lassen – er konnte sich ganz auf die Geschichte um den 13jährigen Möchtegern Dämonologen Eric und seinen herbaugezauberte Dämon konzentrieren. Dieser „Dämon“ ist in Wirklichkeit Rincewind, eine Figur, die Pratchett schon mehrmals eingebaut hat. Der Zauberer wird auch wieder von seiner laufenden Kiste begleitet, TOD ist ebenfalls mit dabei und die Zauberer haben einen neuen Erzkanzler.

Alles wunderbare Zutaten, die einen großartigen Scheibenweltroman ergeben – wundervoll illustriert von Josh Kirby.

Samstag, 29. April 2006

Sakrileg

Ich hatte Urlaub und las daher nicht nur Illuminati, sondern auch gleich den Nachfolger, The DaVinci Code. Vom Stil sind beide sehr ähnlich. Wieder ist es eine Suche nach Lösungen auf verschiedene Rätsel, wobei eine Lösung wieder ein neues ergibt, wieder geht es um einen alten Geheimbund und wieder hat irgendwie der Vatikan seine Finger drin.

Dan Brown vermixte all diese Zutaten erneut zu einem spannenden Buch. Allerdings wirkte das ganze dann oftmals wie eine Fortsetzung zu einem Blockbuster, denn er hält sich streng an sein Erfolgsrezept.

Diesmal hat es Jack Robert Langdon mit einem Geheimbund zu tun, der ein altes Geheimnis hütet, weswegen der Direktor des Louvre ermordet wurde. Langdon gerät in Mordverdacht und muss, mit Hilfe der Tochter des Ermordeten (remember Illuminati) flüchten, um den wahren Mörder zu finden, sowie das Geheimnis um den DaVinci Code lösen.

Ähnlich wie Illuminati ist auch Sakrileg spannend, jedoch mehr im Sinne von unterhaltend. Eine bedrohliche Kulisse, oder gar Tiefgang darf man nicht erwarten. Jedoch eine perfekte Lektüre, um abzuschalten, z. B. auf dem Balkon bei frühsommerlichen Temperaturen.

Ähnlich wie für Illuminati gibt es auch hier wieder einen Wikipedia-Eintrag, der sich mit den Fakten beschäftigt.

Donnerstag, 27. April 2006

Illuminati

Jack Robert Langdon wird mit einem obskuren Mord konfrontiert. Denn auf der Leiche eines Wissenschaftlers prangt der Schriftzug einer längst aufgelöst geglaubten Geheimorganisation – den Illuminati. Gleichzeitig verschwindet aus dem Labor des Wissenschaftlers Antimaterie – diese taucht im Vatikan wieder auf, mit der Drohung diesen zu zerstören. Langdon macht sich mit der Tochter des Wissenschaftler auf den Weg nach Rom, um den Geheimbund aufzuspüren, bevor es zu einer Katastrophe kommt.

Wenn mir in letzter Zeit von verschiedenen Bekannten ein Buch empfohlen wurde, dann Illuminati von Dan Brown. Sogar mein eigentlich Lesefauler Bruder hat sich das Audiobook zu Gemüte gezogen und war begeistert.
Nun, wirklich schlecht ist das Werk von Dan Brown nicht. Popcornunterhaltung im besten Sinne. Manche Entwicklungen und Wendungen sind doch etwas an den Haaren herbeigezogen, das Ende absolut abgehoben und passt irgendwie nicht so richtig dazu.

Aber Brown schreibt spannend, weiß den Leser zu fesseln und von seiner Themenauswahl doch einen aktuellen Nerv zu treffen, indem an Verschwörungen eben keine Regierungen beteiligt sind, sonderen andere Organisationen. Dass hierbei viele Dinge eher seiner Phantasie entsprungen sind (siehe diesem Eintrag in der Wikipedia) – geschenkt, ist ja in jedem Hollywood-Popcornfilm auch nicht viel anders.
Gute Unterhaltung, genau das richtige für einen Urlaub.

Mittwoch, 26. April 2006

Voll im Bilde

Mit Voll im Bilde wollte ich eigentlich zügig weiter an Scheibenweltromanen lesen. Aus Zeitgründen kam da jedoch einiges dazwischen, so dass ich fast zwölf Wochen brauchte, bis ich die knapp 300 Seiten durch hatte. Ungewöhnlich eigentlich für mich.

Ein neuer Trend bricht in Ank Morpork, der größten Stadt der Scheibenwelt aus: jeder ist verrückt nach dem Klickern, den beweglichen Bildern aus der Stadt Holy Wood. Jedoch steckt mehr hinter der Stadt, als anfangs jeder wahrhaben möchte.

Es lag jedoch nicht nur an der mangelnden Zeit, dass ich nur schwer mit dem Buch voran kam, auch das Werk an sich ist wohl nicht gerade Pratchetts Meisterwerk. Anfangs ist die Parodie auf Hollywood ja noch wirklich lustig, ein paar nette Einfälle sind auch dabei, aber leider kann Pratchett der Idee nicht viel mehr abgewinnen. So muss am Ende eine interdimensionale Monsterbedrohung herhalten, die sich jedoch als übler Rohrkrepierer erweist. Spannung kommt erst gar nicht auf, und bei manchen Gags denkt man sich, nette Idee, aber leider nicht mehr. Insgesamt ist das Buch irgendwie nicht so der Bringer, verglichen mit Pratchetts anderen Werken.

Donnerstag, 5. Januar 2006

Nochnoi Dozor – Wächter der Nacht von Sergej Lukianenko

Nachdem ich den Film gesehen hatte, las ich durch Zufall einige Kritiken im Internet. In diesen stieß ich immer wieder auf die Aussage, dass das Buch doch viel besser sei und man vieles besser verstehen würde.

Stimmt.

Viele Elemente des Filmes fehlen angenehmerweise, dafür hat das Buch einen ganz anderen Dreh. Konzentriert sich der Film vor allem auf Anton und seinen Sohn Jegor (was im Buch überhaupt nich so ist), so dreht sich das Buch in erster Linie um die Beziehung zwischen Anton und Swetlana, was im Film wiederum nur periphär berührt wird. Auch ist der Film gerade mal das erste Drittel des Buches. Die anderen beiden Drittel wären allerdings nur schwer verfilmbar gewesen, von der Handlung her ist gerade das letzte ziemlich abgehoben.

Trotzdem ist das Buch spannend, gerade ab dem Teil, an dem der Film eben nicht mehr weitererzählt. Auch wird vieles wirklich deutlicher als im Film.

Ich warte jedenfalls gespannt auf den zweiten Band. Auf den zweiten Film hingegen nicht so sehr.

Dienstag, 16. August 2005

Gevatter Tod

Anfang des Jahres beschloss ich, doch die vielen Empfehlungen für die angeblich so geniale Scheibenweltreihe, einmal zu nutzen und eines dieser Bücher zu lesen. Davor hatte ich gerade einen großen Schwung an Romanen von Tom Clancy verschlungen, also genau das richtige Kontrastprogramm.

Hatte ich anfangs noch ein wenig Probleme mit gewissen Einfällen des britischen Autoren, so gefielen mir eben diese nach und nach immer besser. Teilweise herrlich abstrus schafft er es doch immer wieder den Leser damit zu überraschen und zum Schmunzeln oder teilweise gar Lachen zu bringen. Vor allem, da bei ihm der Humor knochentrocken ist, und oft im Detail steckt. Wenig platte Schenkelklopfer, dafür umso mehr zitierbares und natürlich Running Gags.

Gevatter Tod, mein bisher sechstes Buch von ihm, halte ich von diesen für das bisher bestes. Okay, ich habe da noch sehr viel vor mir, aber scheinbar stehe ich mit meiner Meinung nicht alleine da, dass „Mort“ (so der Originaltitel) zu seinen Besten gehört.

Schon die Anfangsidee ist herrlich: TOD (er spricht grundsätzlich in Großbuchstaben) nimmt einen Lehrling auf und beschließt in Urlaub zu gehen. Klingt rabenschwarz? Ist es auch, aber ohne unter die Gürtellinie zu gehen oder den guten Geschmack zu verstoßen.

Schön ist auch das Wiedersehen mit der einen oder anderen bekannten Figur, man merkt richtig, dass Pratchett sich ein Universum geschaffen hat, indem er wild Figuren hin- und herschieben kann. Und somit Scherze einbauen kann, ohne große Erklärungen.
Einziger Wermutstropfen: Das Ende ist etwas holprig, die Lösung des Problems arg unerwartet, aber Terry handelt das so schnell ab, dass das eigentlich gar nicht ins Gewicht fällt.

Wer die Scheibenweltromane des brillanten Briten (noch) nicht kennt: hier findet man alles darüber. Zu empfehlen jedem, der Fantasy und britischen Humor mag, Per Anhalter durch die Galaxis (die Bücher!) gut fand und gern Serien liest. Aber Vorsicht, macht süchtig.

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