Comics

Samstag, 31. März 2007

Queen & Country 4: Operation Blackwall

Queencountry4

Im vierten Band ihrer Reihe bekommt die Agentin Tara Chace den Auftrag, einem britischen Unternehmer zu helfen, der von der französischen Regierung erpresst wird. Denn diese haben ein Video seiner Tochter in der Hinterhand, die sie beim Sex zeigt. Der Auftrag hat für Chace auch eine persönliche Note, denn sie ist mit der Tochter seit den gemeinsamen Schulzeiten befreundet. Gleichzeitig setzen sich ihre Beziehungsprobleme aus dem Vorband fort.

Greg Rucka schafft es auch hier wieder, ein realistisches Bild der Geheimdienstwelt zu beschreiben. Unterstützt wird er dabei vom diesmaligen Zeichner J. Alexander, dessen Stil deutlich besser passt, als der des Künstlers aus dem Vorgängerband. Sein Stil zu inken, und immer wieder Zeichnungen einzuwerfen, die aussehen, wie reine Bleistiftskizzen sorgen für eine interessante Optik, die jedoch stets genau den richtigen Grad von Realismus halten.

Ein weiterer großartiger Band einer der besten aktuell erscheinenden Comicreihen aus den USA.

Montag, 19. März 2007

Mädchen von Flix

maedchen

Flix alias Felix Görmann hat einen neuen Comic vorgelegt. Nach seinem genialen Held und dem Quasi-Nachfolger Sag Was kam nun, in ähnlichem Stil und gleicher Aufmachung Mädchen. In gewisser Weise ist auch Mädchen wieder ein Folgeband von Held, ohne jetzt direkt damit verglichen werden zu müssen.

In Held ging es um die Kindheit, das Älterwerden, aber auch um Lebensplanung, Liebe, Ängste. Flix erzählte seine Biographie, spann sie aber weiter, beschrieb, wie er sein weiteres Leben sich vorstellt. Sag Was, war eine Art Update dazu, das sich mit dem Ende eines Lebensabschnittes beschäftigt, den Umwälzung die dieser Einschnitt mit sich bringt.

Der Großteil von Mädchen spielt an einem einzigen Tag. Und trotzdem ist dieser Tag ein großer Einschnitt im Leben der Hauptfigur. Denn mit Esther lernt er SIE kennen, die Person, die so anders ist, dass man sich vorstellen kann, mit ihr das ganze Leben zu verbringen.

Flix erzählt seine Geschichte wieder mit der gleichen Lockerheit, aber gleichzeitigen Intimität wie in den Vorgängerbänden. Auch hier gelingt es ihm wieder, aus dem Medium Comic alles herauszuholen, um Emotionen, Stimmungen herüberzubringen. Noch stärker als in den beiden Vorgängern merkt man dem Comic die zunehmende Reife seines Schöpfers an, vor allem auch die mittlerweile erlangte Routine im perfekten Erzählen einer Geschichte im sequentiellen Medium Comic an.

Nette Sache sind auch die Gastauftritte einiger anderer Comicschaffenden, z. B. Naomi Fearn und Joscha Sauer.

Flix hat es jedenfalls wieder geschafft einen weiteren großartigen Comic vorzulegen. Uneingeschränkt empfehlenswert!

Donnerstag, 15. März 2007

Sin City Band 6 - Bräute, Bier und blaue Bohnen

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Sin City, das sind Frank Millers meisterhaft in stark stilisierten, schwarz-weißen Zeichnungen erzählte Geschichten aus einer Stadt, gegen die Gotham City wirkt, wie als hätte man dort noch nie das Wort Kriminalität gehört.

Der sechste Band der Neuauflage ist, im Gegensatz zu den Vorbänden, eine Sammlung von Kurzgeschichten Millers, entstanden zu verschiedenen Zeitpunkten und in unterschiedlicher Länge. Leider auch in höchst unterschiedlicher Qualität.

Die erste Story, Ein ganz normaler Samstagabend, bringt uns die Rückkehr der Hauptfigur aus dem ersten Band, Marv. Die Geschichte ist die beste des gesamten Buches, hier schafft es Miller, auch durch den bereits bekannten Charakter, vollkommen das Sin City Feeling herüber zu bekommen.

Denn die kurze Dauer der Geschichte ist auch genau das, woran sie kranken. Miller hat einfach nicht die Zeit, die für ihn üblichen Atmosphären aufzubauen, die Charaktere uns näher zu bringen, sie uns verabscheuen, gleichzeitig aber auch faszinieren zu lassen. Dies wird ganz besonders bei der Blue Eyes deutlich. Eine interessante Figur, die da aufgebaut wird, und in zwei weiteren Shortstories auch wiederkehrt - trotzdem hat man irgendwie das Gefühl, da wäre Potential für mehr.

Einige Geschichten sind nette Fingerübungen, interessant weil sie uns bereits bekannte Figuren wieder sehen lassen, z. B. in Fat Man und Little Boy die beiden Gangster Mr. Klump und Mr. Shlubb. Oder auch durch eine nette Pointe, wie Daddys kleines Mädchen.

Der große Wurf wie die anderen Sin City Bände ist der sechste aber nicht geworden. Da der siebte auch nur Short Stories enthält, bleibt nur zu hoffen, dass sich Miller irgendwann wieder an seinen Zeichentisch setzt und uns mit einem neuen Meisterwerk aus der sündigen Stadt erfreut.

Montag, 26. Februar 2007

Hitman: Wer wagt, gewinnt

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Als allererstes fällt bei der Fortsetzung der Hitman-Reihe natürlich der Verlagswechsel auf, der zu diesem Zeitpunkt erfolgt ist. Dino musste sämtliche DC-Reihen einstellen und gab die Lizenzen zurück an den US-Verlag. Panini, die bereits die Marvel und einige Image-Rechte hatten, schlugen zu und begannen die Comics um Superman, Batman & Co. zu veröffentlichen.

Größter Unterschied ist wohl, dass Panini aus Kostengründen auf das teure Handlettering verzichtete. Glücklicherweise wählte man jedoch keinen der 08/15-Standardfonts, sondern eien Schrift, die der von Hartmut Klotzbücher ähnelt. Für die Übersetzung sorgte hingegen wieder Christian Heiss. Und auch von der Aufmachung orierentierte man sich an Dino, inklusive des üblichen Weichei-Spruches auf der Rückseite ("Nix für Pflaster-Nicht-Abziehen-Könner").

Autor Garth Ennis setzt seine großartige Reihe auf die gewohnte Weise fort. Er setzt weiterhin auf das Rezept, Geschichten über etliche Ausgaben vorzubereiten, in kurzen Szenen Dinge vorzubereiten, die etliche Hefte später wichtig werden. In der Story Zentausend Kugeln erzählen Tommy und Nat von einer Begebenheit während ihrer Zeit bei den Marines, als sie versehentlich Mitglieder einer britischen Spezialeinheit durch Friendly Fire eleminieren. Mittlerweile ist diese Spezialeinheit den beiden auf die Schliche gekommen und will sich für diese Geschichte revanschieren.

Interessant auch, dass Ennis Geschichten nicht mit dem Ende des Mehrteilers abschließt. Die Auswirkungen sind auch in den folgenden Heften noch zu spüren, damit erreicht Ennis eine Geschlossenheit und Kontinuität, die ich bei etlichen Serien immer wieder mal vermisse.

Samstag, 24. Februar 2007

Touchè - (c) Tom 1000 & 2000

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Regelmäßig Leser dürften es schon mitbekommen haben, man kann mich durchaus als Comicfan bezeichnen, auch wenn mein Konsum der neunten Kunst in den letzten Jahren unterschiedlich stark geprägt ist.

Seit Jahren sagt mir der "Name" (c) Tom etwas. Der Zeichner macht einen täglichen Strip in der TAZ, die Sammelbände erschienen anfangs bei Jochen Enterprises, nach dem Ende des Kleinverlages wechselte die Serie zu Achterbahn.

Veröffentlicht werden die Strips in den Sammelbänden so, wie man Strips richtig veröffentlicht. Dicke, fast an Backsteine erinnerende Bücher mit jeweils 1000 Strips zum Preis von 20 Euro, ohne Spirenzchen wie Hardcover oder platzraubendes Layout. Viel Lesestoff zu einem fairen Preis. Für die weiteren Bände halbierte man dann Umfang und Preis, was auch okay geht.

Gelesen habe ich aber bislang die ersten beiden Backsteinbände. Wie bei guten Strips üblich etabliert (c) Tom eine gewisse Auswahl an wiederkehrenden Charakteren, z. B. eine ältere Dame, die (vergeblich) am Postschalter Schlange steht, zwei DLRG-Bademeister, zwei Puppenspieler. Hinzu kommen Running Gags, wie ein Teufel, der die neuen Höllenbewohner begrüßt und immer eine schlagfertige Antwort auf deren Ausreden hat.

(c) Tom schafft es, Tag für Tag zu überraschen, nur ganz selten ist ein Gag mal ein schlechter. Vielmehr laden seine Strips zum laut lachen, aber auch schon mal zum nachdenken ein. Aber angenehmerweise stets ohne den moralischen Zeigefinger.

Touche von (c) Tom dürfte die derzeit am längsten laufende Stripreihe in der deutschen Tageszeitungslandschaft sein. Nicht ganz zu Unrecht.

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Montag, 19. Februar 2007

Hitman Sonderband 2: Ace of Killers

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Hauptbestandteil des zweiten Sonderbandes ist die sechsteilige Geschichte Das Killer Ass. In dieser erkennt man schön, dass Ennis' seine Geschichten nicht nur schön langsam aufbaut, sondern auch in den vorherigen Ausgaben vorbereitet. So erleben wir hier die Rückkehr des Dämonen Nawzir, welcher sich im Auftrag seiner beiden Herren aus der Hölle an Tommy rächen möchte. In die Geschichte hineingezogen werden nicht nur Hitmans Kumpels, sonder auch die aus dem vorherigen Sonderband bekannte Ex-Polizistin Tiegel, der Dämon Etrigan und, erstmals dabei, Catwoman. Am Ende der verrückten Geschiche hat die Stammkneipe Noonans außerdem einen neuen, regelmäßigen, äußerst ungewöhnlichen Stammgast.

Der Abschluss des Bandes ist US-Hitman 21 (Küss mich), welches vom ersten richtigen Date zwischen Tommy und Deborah Tiegel handelt. Ich muss nicht erwähnen, dass dies wieder typisch für Ennis verläuft, oder?

Ich weiß, dass da oben ist das US-Cover, welches in Deutschland auf dem Special 1 abgebildet war. Der zweite Sonderband war das letzte von Hitman, was von Dino in Deutschland veröffentlicht wurde. Ab da übernahm dann, wie bei den anderen Titeln, Panini die Lizenzen. Der Band zeigt, was alles Dino ausgemacht hat. Für mich persönlich herausragend war vor allem, dass man auf Handlettering gesetzt hat. Ich weiß, Computerlettering ist ungleich wirtschaftlicher für den Verlag, aber gerade in Ace of Killers sieht man den großen Vorteil von Handlettering.

Die beiden Dämonen Etrigan und Nazwir sprechen beide mit einer sehr verschnörkelsten Schrift in ihren Sprechblasen. Jeder jedoch mit seinen Eigenheiten. Bei Computerlettering wäre einfach ein halbwegs passender Font genommen worden. Bei Handlettering wirken diese jedoch auch mit den normalen Schriften passend, wie aus einem Guss.

Hinzu kommt eine schöne Aufmachung der Bände und in den Heften eine stets gute redaktionelle Betreuung des Außenrums, wie Leserbriefe, Infoseiten usw. Hach, das waren noch Zeiten.

Ebenfalls von Dino veröffentlicht wurde noch die danach spielende Geschichte Die Nikolaus-Jagd aus Lobo 37, welche jedoch vor dem Sonderband erschienen ist. Hierbei müssen Tommy und sein Kumpel Nat the Hat einen irren Weihnachtshasser stoppen, welcher nach einem Zwischenfall im Gothamer AKW Superkräfte erhalten hat.

Garth Ennis dreht hier wieder voll auf, nett ist vor allem, dass sämtliche Erzählboxen in Reimform gehalten sind. Dürfte für den Übersetzer Christian Heiss keine leichte Aufgabe gewesen sein. Toll auch hier wieder das Handlettering von Hartmut Haggi Klotzbücher.

Nach 22 US-Ausgaben habe ich also über ein Drittel der Hefte hinter mir. Ich glaube, dass ist mit das meiste, was ich in den letzten Jahren von einer Reihe gelesen habe.

Samstag, 17. Februar 2007

Hitman Sonderband 1: Lokalmatadoren

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Dass Garth Ennis nicht gerade der größte Superheldenfan ist, dürfte den meisten regelmäßigen Comiclesern bekannt sein. Dadurch dass seine Reihe Hitman jedoch im DC-Universum spielt, muss er sich natürlich auch regelmäßig an Crossovern beteiligen. Der erste Sonderband enthält gleich zwei solcher.

Der Hauptbestandteil der Bandes ist hierbei die fünfteilige Geschichte Lokalmatadoren. Hierbei haben es zwei Beamte einer superstreng geheimen Regierungsorganisation auf unseren Lieblingskiller Tommy Monaghan abgesehen. Diese Organisation hat es zum Ziel, Superwesen zu überwachen und falls diese nicht mehr genehm sein sollten, auch zu beseitigen. Da Tommy jedoch selbst aussuchen möchte, welche Aufträge er übernimmt, lehnt er ab. Da dies den beiden Beamten nicht gefällt, hetzen sie die halbe Gothamer Polizei sowie das JLA-Mitglied Green Lantern auf Hitman...

Bei den meisten Autoren würde dies in das übliche Crossoverschema münden, nämlich zwei Helden treffen sich, kleines Missverständnis, sie kloppen sich, dann verstehen sie sich und arbeiten schließlich zusammen. Anders jedoch bei Garth Ennis, der beide Figuren nach einer kurzen Auseinandersetzung ein Bier trinken lässt.

Angenehmerweise wird mit diesem Band die Kolorierung dezenter. Nicht mehr soviele unnötige Effekte und auch keine Bonbonfarben mehr.

Das andere Crossover des Bandes war ein Bestandteil des Megaevents "Final Night". Sonst veranstaltete DC jährlich ein Megacrossover, dessen Hauptgeschichte in einer Miniserie erzählt wird. Hierbei war es so, dass eine Art außerirdisches Monster die Sonne gefressen hat. Die einzelnen Heftreihen zeigten dann in der Ausgabe dieses Monats die Auswirkungen, z. B. schwanden Supermans Kräfte, in Gotham kam es zu Plünderungen und Hitman muss dagegen kämpfen, dass die Oberfläche der Weltmeere zufriert.

Garth Ennis machte in Hitman das Kontrastprogramm dazu. Tommy sitzt mit seinen Kumpels in der Stammkneipe und trinken auf den Weltuntergang. Hierbei erzählen sie sich gegenseitig von ihren Erfahrungen mit dem Tod.

Danach ging es mit dem Hitman in der Lobo Heftserie weiter. Auf die folgenden beiden Hefte bis zum nächsten Sonderband möchte ich hier kurz eingehen. Diese enthalten die Geschichte Zombie Nacht im Gotham Aquarium. Hier verwandelt ein verrückter Wissenschaftler, den Tommy & Co im Auftrag seiner Chefs eliminieren sollen, die Tore des Gothamer Aquariums mit Hilfe einer Substanz zu Zombies, die auf Menschenfleisch aus sind.

Ein Zitat in dieser beschreibt den wunderbaren Humor der Reihe auf schöne Weise. Auf die Frage, wieso er immer solche Aufträge bekommt, sagt Tommy:

Pat hat früher Telefonnummern an Einrichtungen weitergegeben. AKWs, Forschungslaboars, weisst schon. Die haben ständig irgendwelche Unfälle. Bei denen überlebt immer mal ein Typ bei einer chemische Explosion oder so. Dem wachsen dann plötzlich Tentakel und er will auf einmal das Böse bekämpfen oder die Welt beherrschen oder so was. Dann rufen sie mich an und ich bleie den Typen, bevor er der JLA beitritt.

Mittwoch, 14. Februar 2007

Sin City Band 5 - Familienbande

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Als allererstes fällt bei diesem Band auf: Frank Miller weicht zeichnerisch von seinem üblichen Sin City Stil ab. Bislang setzte er stark auf Stilisierung, das Zusammenspiel von schwarzen und weißen Flächen. Schraffierte Flächen, Abstufungen usw setzte er nur dezent ein.

Anders beim fünften Band. Miller arbeitet deutlich mehr mit Schraffuren, das Spiel mit den Gegensätzen weicht er hierdurch etwas auf. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, ergibt es doch ein interessantes Ergebnis. Denk dankenswerter Weise verzichtet er weiterhin auf den Einsatz von Graustufen.

Die Handlung bringt die Rückkehr von zwei Figuren aus dem zweiten Band, Dwight und Mio. Die beiden gehen den Folgen und den Tätern eines Auftragsmordes nach. Ihre Motivation dahinter bleibt anfangs rätselhaft.

Miller versteht es auch hier wieder, eine eigentlich schon oft gelesene Geschichte interessant neu zu erzählen und hierbei mit den für ihn typischen genialen Dialogen, brillanten Einfällen und einem hochklassigen Storytelling zu einem Meisterwerk zu machen.

Frank Millers Sin City bleibt auch beim fünften Band auf dem gewohnt hohen Niveau.

Dienstag, 13. Februar 2007

Hitman von Garth Ennis & John McCrea

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Garth Ennis gehört seit Jahren zu meinen Lieblingsautoren. Sympathisch fand ich ihn spätestens seit der Comic Action 2000, als er für alle, die keinen Sketch von Zeichner von John McCrea bekamen, selbst eine naja, Zeichnung hinlegte.

Auch beantwortete er die ganze Zeit aufmerksam Fragen und war auch nach einigen Stunden Signiermarathon gut gelaunt. Und das bei einem Autoren, dessen wichtigstes Stilmittel Gewalt darstellt.

Jetzt muss ich ein Geständis machen. Die zwei am längsten laufenden Werke von Garth habe ich bis heute nich gelesen. Preacher habe ich damals angefangen, und nach der zweiten Ausgabe abgebrochen - ich fand mich zu jung für das Thema. Allerdings will ich Preacher demnächst nochmal einen Chance geben.

Hitman las ich bis es von Dino eingestellt wurde. Mittlerweile habe ich die Reihe komplett vorliegen, also genau die richtige Gelegenheit, um alle 60 Issues zu lesen.

Hitman alias Tommy Monaghan ist ein irischstämmiger Killer in Gotham City (für Nicht-Comic-Leser: die Stadt von Batman), der durch die Begnung mit einem Alien Superheldenkräfte bekommt, genauer Röntgenblick und die Fähigkeit, Gedanken zu lesen. Erzählt wird dies im Hitman Special von Dino Comics, welches ein Annual der US-Serie Demon nachdruckt.

Schon hier blitzt der abstruse Humor Ennis' auf. Das Annual erschien damals im Rahmen des Crossovers Demonblood, einer Geschichte, die sämtliche Reihen des DC-Universums miteinander für einen Monat verknüpfte. Die Story war, dass einige Aliens Menschen angreifen und ihnen das Rückenmark aussaugen. Jedoch sterben hierbei nicht sämtliche Opfer, einige erhalten hierdurch Superkräfte.

Ziel war es wohl, auf diese Weise einfach mal schnell neue Superhelden zu schaffen. Glücklicherweise hatte Garth Ennis hierauf wenig Lust und machte kurzerhand einen Killer zum Opfer des Aliens. Ein Zugeständnis an die DC-Oberen war aber dann, dass Hitman nur Bösewichte tötet und sozusagen seinen eigenen Ehrenkodex hat, niemals einen der Guten um die Ecke zu bringen.

Weiter geht es in einer Art 1/2-Nummer, die exclusiv der Hit-Comics-Ausgabe 13 beilag. (Über das Thema Specials und Variant-Cover muss ich mal einen extra Beitrag verfassen) Diese enthält eine Geschichte von der ersten Begnung Tommys mit Batman.

Eine kurze, unterhaltsam erzählte Story, die für die eigentliche Serie eher unwichtig ist, aber typisch für Ennis sehr wortreich erzählt wird.

Die reguläre Reihe von Hitman startete dann in Lobo 28 als Backup-Story. Hitman begleitete sollte fortan Lobo als Zweitserie ergänzen. Dies war damals für mich auch der einzige Grund Lobo weiterzukaufen, die Qualität der Lobostories wurde nach den ersten ziemlich guten Heften ziemlich unterirdisch.

In der ersten Storyline "Ärger in Arkham" (Lobo 28 bis 30) bekommt Tommy den Auftrag, den Joker zu töten. Aber leider läuft es ganz anders, als er geplant hat, auch weil Batman die Ausführung des Auftrages verhindern möchte.

Die Storyline "Zehntausend Kugeln" (Lobo 31 bis 34) wiederum schließt an die Handlung des Specials an. In dieser Story dreht Garth Ennis endgültig auf. Gleich auf der ersten Seite des Vierteilers kündigte er etliche einscheidende Entwicklungen an, die auch dann im Laufe der Hefte so eintreten, jedoch ganz anders als man es sich als Leser erwartet.

Hinzu kommt ein zunehmend aufdrehender John McCrea. Er fühlt sich sichtlich wohl mit der bluttriefenden Handlung, einzig die manchmal etwas zu arg bonbonfarbene Colorierung stört etwas.

Fortgesetzt wurde die Reihe dann im ersten Hitman Sonderband. Hierzu aber ein gesonderter Eintrag.

Sonntag, 11. Februar 2007

Sin City Band 4 - Dieser feige Bastard

SinCity4

Darüber, dass ich Frank Miller's Sin City genial finde, hab ich mich ja schon hier und hier ausgelassen. Bedingt durch den Film kannte ich die vierte Episode schon, so dass ich keine große Motivation hatte, sie zu lesen. Bedingt durch eine mal wieder comiclose Zeit, geriet die sündige Stadt ein wenig für mich in Vergessenheit.

Es ist komisch, die Vorlage eines Werkes zu lesen, nachdem man den Film gesehen hat. Dies fand ich damals schon bei Nochoi Dozor. Wobei sich diesmal ja Vorlage und Film beinahe 1:1 entsprechen.

Trotzdem ist das Lesen von Sin City 4 wieder ein Hochgenuss. Millers Spiel mit Licht und Schatten ist weiterhin großartig. Seine Bilder kennen keine Abstufungen. Entweder hell oder dunkel. Schwarz oder Weiß. Interessant vor allem deshalb, weil es während der Geschichte unentwegt schneit.

Im Gegensatz zu seinen Zeichnungen legt Miller seine Charaktere nicht schwarz und weiß an. Seine Helden sind zwar teilweise überlebensgroß, jedoch bei weitem nicht klinisch rein und perfekt, auch wenn die Hauptfigur Hartigan diesmal als unbestechlicher ehemaliger Cop durchaus ein richtiger Held ist. Als Kontrast dazu verdient sein Schützling Nancy ihr Geld als Stripperin (mit einer Stripszene, die ich im Film auch gerne so offenherzig gesehen hätte).

Kurz zur Handlung: Der kurz vor der Pensionierung stehende Hartigan kann den Sohn eines Senators gerade noch davon abhalten, die elfjährige Nancy Cartwright zu missbrauchen. Durch den Einfluss den Senators wird jedoch Hartigan für die Mordserie an den Kindern verurteilt. Nach einigen Jahren kommt Hartigan frei, doch die mittlerweile 19-jährige Nancy gerät wieder in Gefahr durch den Sohn des Senators.

Miller gewinnt der eigentlich 08/15-Grundgeschichte sehr viel ab. Durch seine interessanten Charaktere, die großartigen Dialoge und exakt passenden Zeichnungen erschafft Miller erneut ein Meisterwerk. Miller schafft in seiner Erzählweise genau die richtige Balance zwischen Abstand und Nähe zu seinen Charakteren. Man identifiziert sich nicht mit ihnen, hat aber trotzdem Angst um sie, macht sich Gedanken darüber, was sie antreibt, wie sie auf Geschehnisse reagieren. In manchen Szenen steckt mehr Tiefe, als oftmals in ganzen Filmen.

Band vier hat mich wieder angefixt auf mehr Geschichten aus Sin City.

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