Barfuss durch Hiroshima – Kinder des Krieges

Am Morgen des 6. August 1945 zündeten die Alleirten über der japanischen Stadt Hiroshima eine Atombombe. Obwohl er zu diesem Zeitpunkt nur 1,4 Kilometer vom Zentrum der Detonation entfernt war, überlebte Keiji Nakazawa dies wie durch ein Wunder. Er verlor aber dabei seinen Vater, seinen jüngeren Bruder und seine ältere Schwester.
Mit Barfuss durch Hiroshima erzählt Nakazawa dies leicht fiktionalisiert nach.
Im ersten Band geht es vor allem um das Leben in Hiroshima zum Ende des Krieges hin. Nakazawa berichtet in verschiedenen Episoden vom Leben der Familie des kleinen Gen, den Erlebnissen seines Bruders beim Militär und wie die Familie drangsaliert wird, weil der Vater gegen den Krieg ist.
Die Familie erlebt aber auch glückliche Momente, die angesichts der bevorstehenden Katastrophe umso schmerzhafter wirken.
Den eigentlichen Abwurf handelt Nakazawa zum Schluss des ersten Bandes in wenigen Seiten ab.
Natürlich ist die Bildsprache für uns Europäer etwas ungewohnt, auch wenn Carlsen, wohl aus Rücksicht auf Leser, die normal keine Manga lesen, die Leserichtung den europäischen Gewohnheiten angepasst hat, sprich von links nach rechts. Auffällig sind viele graphischen Übertreibungen, die in einem solch ernsten Comic aus Europa wohl nicht vorkommen würden.
Aber es stört nicht. Ganz im Gegenteil.
Mit Barfuss durch Hiroshima hat Nakawaza einen Antikriegscomic geschaffen, der den Vergleich mit Art Spiegelmans Maus nicht zu scheuen braucht. Passenderweise hat der amerikanische Künstler denn auch ein Vorwort beigesteuert.
Der Manga ist zu Recht für den Max-und-Moritz-Preis nominiert. Er hätte aber durchaus auch eine Nominierung außerhalb der Manga-Kategorie verdient gehabt.
McSilent - 13. Juni, 21:50
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